Kriterien für die Wahl eines IT-Arbeitgebers

Ab und an findet sich im Heise Forum doch mal ein sinnvoller Beitrag. In diesem Fall von NO ROM BASIC. Ich habe mir den Beitrag als Vorbild genommen und jeweils meine eigenen Gedanken dazu formuliert.

1. Angemessene Entwicklerarbeitsplätze

Gute Ausstattung ist wichtig! Eine Firma, die bei der Hardware oder den Softwarelizenzen knausert spart auch an anderen Dingen. Gut erkennbar ist das daran, welche Monitore an den Arbeitsplätzen stehen und ob es höhenverstellbare Tische gibt.

2. Angemessene Büros

Ein lautes Grossraumbüro mit Batteriehaltung und Telefonterror kommen nicht in Frage! Wer so viel Zeit voll motiviert am Arbeitsplatz verbringen soll, hat auch ein angenehmes Umfeld verdient. Wird an den Büros gespart, leidet die Qualität und es zeigt auch eine lausige Einstellung gegenüber den Entwicklern.

3. Flexible Arbeitszeiten

Wer für einen Zahnarztbesuch Urlaub nehmen muss, hat sich den falschen Arbeitgeber ausgesucht. Flexible Arbeitszeiten sind heute einfach eine Mindestanforderung.

Flexibel bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass man nach zehn Stunden ausstempelt und auf eigene Kappe weiterarbeitet. Die Ehrlichkeit des Arbeitgebers zahlt sich hier durchaus aus: Man arbeitet dann auch gerne mal (motiviert) länger, wenn es vor einer Deadline wirklich knapp werden sollte.

4. Realistische Projekte

Den größten Wissensgewinn kann man aus gescheiterten Projekten ziehen. Allerdings sollte immer das Ziel sein, Projekte erfolgreich abzuschließen, nicht die 1001 Art, wie Softwareprojekte scheitern können, kennen zu lernen. Grundsätzlich möchte man sich seine Nerven nicht mit Projekten, die bereits vor Beginn gescheitert sind, ruinieren.

5. Kompetente Vorgesetzte

Inkompetente Chefs führen zu unrealistischen Projekten. Inkompetente Chefs werden auch immer nur inkompetente Untergebene befördern, da diese ihre eigene Position am wenigsten bedrohen. Dafür lohnt es sich nicht, sich anzustrengen.

6. Verbotene Antworten

Folgende drei Antworten auf die Frage „Warum so und nicht anders?“ kommen nicht in Frage:
– „Das machen wir schon immer so“
– „Das haben wir noch nie so gemacht“
– „Da könnte ja jeder kommen“
Andere Antworten sind vertretbar, sofern sie inhaltlich nicht die Bedeutung von „Nimm Dir einen Keks und sei ruhig“ haben.

7. Konkurrenzfähiges Gehalt

Die Aussage „Wir achten darauf, durchschnittliche Löhne zu zahlen“ bedeutet leider nur „Wir sind mit durchschnittlichen Entwicklern zufrieden“. Überdurchschnittliche Entwickler werden nicht für durchschnittliche Löhne arbeiten. Außer sie sind verzweifelt.

8. Kompetentes Team

Ein Team definiert sich dadurch, dass sich die Stärken und Schwächen ergänzen. Das bedeutet aber nicht, dass eine Stunde Arbeit eines Kollegen bei mir zwei Stunden zusätzliche Arbeit verursachen. Fortbildung bedeutet in diesem Zusammenhang übrigens nicht, über die Weihnachtsfeiertage ein Buch aus der Firmenbibliothek lesen zu dürfen.

9. Professionelle Entwicklungsumgebung

Continuous Integration, Unit-Tests, Bugtracker, Versionsverwaltung mit vernünftiger Konzeption sind eine Mindestanforderung. Bei Java-Projekten: Wenn ein Großteil der Kollegen den Unterschied zwischen volatile und transient nicht kennt, sollte man es bei einem freundlichen Bewerbungsgespräch belassen.

10. Systematische Testabdeckung

Jeder Mensch macht Fehler. Die Tester sollten die Entwickler unterstützen, indem sie systematisch nach Fehler suchen und diese auch finden. Ihre Aufgabe ist nicht, Duplikate von Fehlerreports einzustellen oder fünf mal pro Stunde anzurufen, auf welche Schaltflächen sie denn nun klicken sollen.

Viele Firmen realisieren häufig auch nicht, dass ein Bewerbungsgespräch in zwei Richtungen funktioniert. Die Zeit zwischen Bewerbung und Feedback sagt schon sehr viel über die Firmenkultur aus. Hervorragende Entwickler haben es schlicht nicht nötig, acht Wochen auf eine Antwort zu warten.

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